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5 Fragen an Sandra von den Krakelas

Info zur Person: Sandra, 39 Jahre alt, verpartnert, 1 Kind, Wahlkölnerin, Sportwissenschaftlerin

Beschreibe bitte kurz, in welchem Rahmen du dich für Regenbogenfamilien engagierst:

Ich leite die Gruppe Krakelas seit ungefähr 2 Jahren und bringe mich bei anderen wichtigen Events (Sommerfest, Weihnachtsfeier, CSD) ein.

Was ist deine Motivation dich für Regenbogenfamilien zu engagieren?

Ich bin da eigentlich mehr oder weniger "reingerutscht" als ich gefragt wurde ob ich die "Krakelas" übernehmen kann. Mittlerweile kann ich es mir aber nicht mehr ohne vorstellen. Ich mag die Gruppe sehr und finde es spannend neue Familien -konstellationen kennenzulernen und sich miteinander auszutauschen. Auch die Kinder sind großartig und ich habe großen Spaß Ihnen beim Spielen ein Lachen oder Quietschen zu entlocken. 

Was sind aktuelle die wichtigsten Themen in eurer Gruppe/bei eurem Angebot?

Die Gruppe ist bewusst offen und informell gestaltet damit wir viele Familien erreichen. Die Themen variieren in den Einzelgesprächen der Eltern von Adoption bis Kindergartenplatz, meist sind es ganz alltägliche Familiengespräche über die Kinder. Wenn Themen "brennen" versuche ich diese anzumoderieren- meist entsteht aber von selber ein lebhafter Austausch unter den Erwachsenen.

Was macht Köln zu einer lebenswerten Stadt für Regenbogenfamilien?

Köln ist meines Erachtens ein sehr toller Platz für Regenbogenfamilien da die schon seit Jahren vorhandene offene LSBTTIQ Community den Weg geebnet hat. Ich fühle mich die meiste Zeit akzeptiert und willkommen- abwertende Äusserungen und Scheintoleranz gibt es aber natürlich auch. Generell sind die Kölner aber tolerant und sehr sensibilisiert für LSBTTIQ, auch im Alltag.

Was muss sich deiner Meinung nach gesellschaftlich und politisch bewegen, damit Regenbogenfamilien gleichgestellt sind?

Die Eheanpassung war sicher ein erster Schritt, bei dem aber leider verpasst wurde die Stiefkindadoption mit anzupassen. Dies ist ein unheimlich wichtiges Thema und brennt allen Regenbogenfamilien mit leiblichen Kindern auf der Seele. Das Anbiedern beim Amt, der Lebensbericht und überhaupt die Pflicht nachzuweisen das man eine Beziehung zu seinem "Wunsch"-Kind hat ist für viele belastend und extrem aufreibend. Auch wenn sich das Jugendamt in Köln mittlerweile einigermaßen damit arrangiert hat, ist der Ablauf der Stiefkindadoption häufig abhängig vom Sachbearbeiter und dessen Wohlwollen. Diese Willkür macht viele Familien wütend und zeigt in aller Härte das wir weit weg von Gleichstellung sind.

Wenn du drei Wünsche offen hättest, was würdest du dir für Regenbogenfamilien (in Köln) wünschen?

  • Ich wünsche mir die Anerkennung der Co-Mutterschaft ab der Geburt.
  • Ich wünsche mir den offenen Zugang zu Samenbanken und Fertilisationskliniken.
  • Ich wünsche mir einen politischeren CSD, bunt und vielfältig aber nicht so extrem sexualisiert.

Regenbogenfamilien Köln dankt Sandra von den Krakelas für ihr Mitmachen.


Die Krakelas

Die Krakelas sind eine Krabbelgruppe für Kinder von null bis drei Jahren. Die Gruppe trifft sich jeden dritten Freitag im Monat von 16 bis 18 Uhr. Bei schönem Wetter gehen wir auf den nahegelegenen Spielplatz, ansonsten nutzen wir die Räumlichkeiten des rubicon.

 

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